Gert Schulz hat im Lauf von 25 Jahren seine Sehfähigkeit fast verloren. Beruf und Hobbys musste er aufgeben. Beim Schach gehört er zur Spitze.
Gert Schulz wiegt seinen Oberkörper über dem Schachbrett hin und her. Der Kühlschrank summt, eine Uhr tickt leise, ansonsten herrscht Stille im Raum. Der Blindenhund unter dem Nachbartisch gähnt. Schulzes Gegner steht auf und schaut sich die Partien der anderen Spieler an. Derweil streicht Schulz mit seinen Fingern tastend über seine Figuren, greift die schwarze Dame und setzt sie schließlich auf eines der leicht erhöhten schwarzen Felder seines Steckschachbretts.
Gert Schulz ist sehbehindert und leidenschaftlicher Schachspieler. Im Alter von 25 Jahren erfuhr er von seiner Netzhautdegeneration. Seitdem hat er jedes Jahr ein Prozent seines Sehvermögens verloren. Er muss damit rechnen, irgendwann ganz zu erblinden. Doch das Schachspielen wird ihn auch in der Dunkelheit begleiten.





